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Sud XVI und Sud XVII

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Fast auf den Tag genau nach einem Jahr kommen die "Gründer" der Kurienbrauerei wieder zusammen, um zwei Sude einzubrauen: einen alten Bekannten, nach eigenen Erfahrungen optimiert: das jetzt sog. " Trierer Kölsch ", was zumindest beim Bier kein Widerspruch sein muss und ein " Bière de Garde ", ein Französisches Ale.  Nachdem ich bereits am Vortage vieles vorbereiten konnte, starten wir um 8.15 Uhr und um 8.40 Uhr wird der erste Sud eingemaischt. Um 10.55 Uhr sind beide Sude abgemaischt und erhalten eine Läuterruhe, über deren Länge die Braumeister durchaus unterschiedlicher Ansicht sind. Rechtzeitig zum traditionellen Mittagessen naht Verstärkung in Gestalt von Winzer Felix. Zu Dritt macht die verbleibende Arbeit, die sich inzwischen in brütender Hitze vollzieht, gleich doppelt Spaß.  Auch diesmal flockt das Kölsch aus, aber das kennen wir ja schon vom letzten Jahr und wissen nun aus Erfahrung, dass dies weder zu einer Geschmacks- noch zu einer optischen B...

Sud XV - Ur-Pils oder zurück zu den W(ü)rzeln

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Schon wieder ist Corona dafür verantwortlich, dass das für November geplante Brauseminar ausfallen muss. Und ein vergessener "Bestell"-Button dafür, dass der geplante kleine Sud im Einkocher (mit neuem Rührwerk und Wärmeisolation) erst mit einer Woche Verzögerung ins Fass kommt. Heute Nacht gab es den ersten Frost dieser Herbst/Wintersaison in Trier und um 8.30 Uhr ist es viel zu kalt, um die Brauerei wie üblich im Freien aufzubauen. Da das Maischen im elektrischen Einkocher auch indoor-tauglich ist, beginne ich auf der Werkbank mein Tagewerk. Erstmals wage ich mich heute - zunächst - allein an die Arbeit, weil es den Mitbegründer unserer kleinen Hobby-Brauerei zu Studienzwecken an den Rhein verschlagen hat. Entsprechend der Jahreszeit und der Temperatur im tiefen Keller von 12 Grad kann es jetzt wieder mal ein untergäriges Bier werden. Ich entscheide mich für Sud XV für ein Böhmisches Pils , also sozusagen für ein Ur-Pils. Aber das Wort darf man als Saarländer, der mit den B...

Sud XIII und XIV - Alles wie geschmiert

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Eigentlich sollte heute das erste Brauseminar stattfinden, das auch schon ausgebucht war, aber coronabedingt abgesagt werden muss. Trotzdem soll der Tag biertechnisch nicht ungenutzt vorbeigehen. Auch wenn etwas Wehmut in der Luft liegt, weil wir als Brauerduo, das wir dieses Projekt gemeinsam begonnen haben, heute wohl zum letzten Mal in dieser Weise zusammenarbeiten, gehen wir zuversichtlich ans Werk. Die Aufbauarbeiten beginnen um 8.15 Uhr, die Sonne lacht und es verspricht ein frühsommerlicher Tag zu werden. Geplant sind zwei Sude: Sud XIII, ein "Kölsch" im großen Kessel ist uns schon bekannt, denn wir haben ihn schon als Sud VIII genossen. Sud XIV, ein IPA ist hingegen ein echtes Experiment. Dank überarbeiteter Technik der AiO  und des Einkochers  sowie freundlicher Unterstützung durch einen netten Besuch läuft alles wie am Schnürchen. Auch das Wetter bleibt, trotz angekündigter Gewitter und eines kurzes Regenschauers, im Vergleich zu vergangenen Brautagen überau...

Die Sudwerke der Kurienbrauerei

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  Das Hauptwerk für 45 Liter Ausschlagmenge Der große Kessel fasst 15 Gallonen=57 Liter und stammt aus der "Gas"-Serie von Brewpaganda . Er hat unten ein Auslassventil. Der Kessel steht auf einem "aufgebockten" Propangas-Hockerkocher mit 7,5 kW Leistung, der mit einem Feuerungsautomaten, einem Magnetventil, einem Zündtrafo und einer Zündsicherung automatisiert ist. Dabei bin ich dieser Anleitung gefolgt. Da hier in mitunter hektischer Umgebung viel Wasser und 230 Volt sehr nah zusammen kommen, ist das gesamte System mit einem eigenen FI-Schalter abgesichert. Auf dem Kessel arbeitet ein Rührwerk, das von einem Scheibenwischermotor angetrieben wird. Da das Gewinde des Motors und seine Drehrichtung gleichläufig sind, muss die Schraubverbindung gesichert werden. Bisher habe ich hier Loctite 243 - mittelfest, der aber bereits zweimal versagt hat, mit der Folge, dass das Paddel in die heiße Maische gefallen ist, was eine ziemliche Sauerei ist und zusätzlich dazu führt, d...

AiO - Update in drei Akten

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Nach dem Desaster der letzten Brautage, verursacht durch ständige Abstürze der AiO , muss im Zugehen auf den nächsten Einsatz eine Lösung her. Die zunächst angedachte Pilotflamme erscheint mir nun doch nur noch als zweitbeste Variante, weil wir ja im Freien bei mitunter auch unwirtlichen Wetterbedingungen brauen und ich mir vorstellen kann, dass der Wind die Pilotflamme häufiger ausbläst und man das nicht sofort bemerkt, was dann ja ebenfalls zu stressigen Verzögerungen führt. Außerdem läuft die Zündung mit dem (nicht ganz billigen) Feuerungsautomaten, wenn die Kontakte blank sind (sonst gibt es Funkenüberschläge an unerwünschten Stellen und nicht am Brenner;-), an sich tadellos. Deshalb will ich versuchen, diesen Teil der Technik zu retten und die Fehlerquelle der elektromagnetischen Störungen auf andere Weise einzugrenzen. Der erste Schritt, vor dem ich  mich wegen mangelhafter Lötkenntnisse lange gezogen habe, ist es, all das, was bisher nur auf einem Breadboard gesteckt...

Biertasting im Blesius Garten

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Nachdem der ursprüngliche Termin für das Tasting im April coronabedingt abgesagt werden musste, wird er heute relativ kurzfristig nachgeholt. Wir sitzen mit 15 Personen etwas verloren an sechs Tischen in einem großen Raum, ich allein an meinem Tisch. So habe ich gut Zeit, das Tasting zu dokumentieren. Leider ist die Sortenvielfalt des hauseigenen Kraft-Bräus, ebenfalls coronabedingt, recht eingeschränkt. Dafür erhalten wir nach einem Begrüßungstrunk "Kraft Helles" eine Auswahl "quer durch den (bestens sortierten) Keller".  Braumeister Chris präsentiert zunächst zwei bayrische Weißbiere, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Tap2-Mein Kristall von Schneider Weisse , sehr elegant und schlank und daher passend aus dem Sektglas. Und dann Jager Weisse von Camba Bavaria , mit Simcoe-Hopfen gestopft, das sehr breite Citrus- und Bananenaromen mitbringt. Dazu wird ein schöner Salat von dreierlei Tomaten serviert. "Vollmundig" ist der Begriff, der...

Einkocher Downgrade

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Die elektronische Temperatursteuerung des Einkochers ist für das Maischen leider ungeeignet. Das Gerät hat zwei Sensoren im Topfboden verbaut. Melden sie stark  unterschiedliche Werte, wie dies bei einer breiigen Maische leider unvermeidlich ist, so interpretiert die Steuerung dies als Gefahr des Trockenfallens und damit des Durchbrennens. In der Folge schaltet die Heizung ab und wird erst wieder freigegeben, wenn sich die Temperaturdifferenz angeglichen hat. Dies hatte bei den beiden ersten Einsätzen des Einkochers zur Folge, dass es praktisch unmöglich war, die Temperaturen der Rasten zu halten und ein ständiger händischer Eingriff erforderlich wurde. Im Prinzip also das Gegenteil dessen, was mit der Anschaffung eines vollelektronischen Einkochers eigentlich beabsichtigt war.  Also musste wurde nach einer Möglichkeit gesucht, die Elektronik per Schalter zu überbrücken und dann mit einer externen Steuerung die internen Tücken zu überlisten. Einfacher wäre dazu natürlich ...

Sud XI und XII - Chaos-Marathon-Brautag

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Der heutige Brautag. an dem wir unseren XI. und XII. Sud produzieren wollen, beginnt sonnig, ein Hauch von Frühling liegt in der Luft - für uns die absolute Ausnahme. Um 9 Uhr beginnen die Aufbauarbeiten, die von Mal zu Mal weiter optimiert werden. Um 9.30 Uhr können wir das Wasser im großen Kessel aufsetzen. Voller Zuversicht wegen der erfolgreichen Entstörmaßnahmen (Ferrit-Kerne, AiO in Alu eingeschlagen, Erdung an div. Stellen verbessert) wird die Technik wieder in Betrieb genommen. Da es hier diesmal ein helles Hefeweizen werden soll und dazu eine sog. Gummirast bei 45 Grad erforderlich ist, empfiehlt das Rezept nach dem sog. Hermann-Verfahren zu brauen. D. h. 50% des Malzes werden mit nur 25% des Wassers eingemaischt, was, wie sich noch zeigen wird, einen dicken Pudding ergibt, durch den das Rührwerk fast nicht durchkommt. Als weiteres großes Problem stellt sich die geringe Füllhöhe heraus, die dazu führt, dass das Thermometer, das vom Rührwerksdeckel nach unten in den Kess...

Sud IX und X - Nicht alles gelingt

Heute brauen wir in veränderter Besatzung und an verändertem Ort. Dem vermutet schlechten Wetter geschuldet werden die Autos ausquartiert und die Garage in ein Brauhaus umfunktioniert. Dies bedeutet einen erheblichen zusätzlichen Räumaufwand und bringt auch eine eigenartig technische Atmosphäre in den Tag. Mein ältestes Patenkind ist mit seiner Familie erstmals dabei und alle mühen sich redlich, sich im Schnellverfahren mit den doch recht komplex gewordenen Prozessen vertraut zu machen. Da ich gerne alle beschäftigen will, was mir mit einem Sud schwer vorstellbar erscheint, schaffe ich einen elektronischen Einkocher an und wir setzen zwei Sude an: den Hauptsud IX im großen Kessel, ein Märzen  und den Experimentalsud X im Einkocher, ein Strong Ale . Leider waren der gegenüber den vorherigen Brautagen veränderten Variablen (Ort, Personal, Equipment) zu viele und auch die vertraute Technik (AiO) glänzt durch Bockigkeit, d. h. dauernde Abstürze. Die Ursache sind die elektromagnetisch...

VIII. Sud - Wieß, kölscher Art - kurz "Kölsch"

Erstmals im neuen großen Kessel brauen wir heute Sud VIII, ein Wieß, kölscher Art, besser bekannt unter dem Namen "Kölsch" . So darf es aber nur heißen, wenn es beim Brauen den Kölner Dom gesehen hat. Zwar sieht unser Bier den Trierer Dom, aber das gilt in diesem Fall nicht. Deshalb der Name in Anführungszeichen. Ich hoffe, niemand erhebt Einwände. Insbesondere weil es für den gebürtigen Saarländer und Nun-Trierer schwer genug ist, ein Bier nach der römischen Garnisonsstadt am Rhein mit dem größten neugotischen Dom der Welt zu benennen. Bis auf häufige Abstürze der AiO läuft alles rund und wir sind mit einer Ausschlagsmenge von 40 Litern, einer Stammwürze von 13,5° Plato und einer Sudhausausbeute von 59% recht zufrieden.

Sud VII - ein Lager zur Resteverwertung

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Not mach erfinderisch, so sagt das Sprichwort. Diesmal war die Not die zunehmenden Zutatenreste, die sich von den letzten Brautagen angesammelt hatten. Also die einschlägigen Rezeptesammlungen hin und her gewälzt und dann letztlich doch relativ freihändig ein Lager komponiert. 32 l Brauwasser 5,68 kg Pilsener Malz 600 g Cara hell Maischeplan: Einmaischen 66°C - 1. Rast 62°C 25 min - 2. Rast 72°C 30 min - Abmaischen 78°C Strisselspalter (1,8% Alpha-Säure) 75 min - Perle (4,5% Alpha-Säure)  20g 40 min - Hallertauer Mittelfrüh (3,2% Alpha Säure) für 5 min. Hefe: nicht vermerkt Ausschlagmenge: 17,5 Liter = 52,2% Sudhausausbeute Stammwürze: 12,5° Plato Extrakt Jungbier: 4,2° Plato = 67% scheinbarer Endvergärungsgrad (nach Terrill) 4,5 Vol% Alk Am 30.8. abgefüllt, Flaschen mit neuem Etikett. Ohne Fehl und Tadel - ruck zuck alle.